Es war ein alltägliches Gespräch im John Harris Fitnessclub zwischen zwei jungen, attraktiven Frauen. Eine davon ein wenig tussihaft, beide absolut ebenmäßig und gepflegt. Das Gespräch brachte eine bezeichnende Dynamik auf den Punkt:
„Wenn du einen Mann findest, der mit einer Frau eine Freundschaft haben will, melde dich. Ich kenne das nur bei Schwulen und Lesben, aber sonst ist es sehr schwer, einen Mann zu finden, der an einer Frau nicht sexuell interessiert ist.“
Diese Aussage legt ein tiefsitzendes Grundproblem offen: Es geht um den verkrampften Versuch, die männliche Biologie zu umgehen – und um den heimlichen Wunsch vieler Frauen nach Männern, die in ihren biologischen Grundfunktionen eigentlich gar keine Männer mehr sind.
Das Missverständnis der weiblichen Wahrnehmung
Die Grundlage für diese Haltung ist oft ein fehlendes inneres Gefühl von Frauen, wirklich Frau zu sein. Dass Männer Frauen begehren, ist biologisch vorprogrammiert. Es ist eine unumstößliche, natürliche Gegebenheit.
Viele Frauen können jedoch nicht zwischen reinem Begehren und der tatsächlichen sexuellen Ausübung unterscheiden. Es kommt folglich zu einer Fehleinschätzung: „Wenn ein Mann interessiert ist und ich mit ihm befreundet bin, muss ich das sexuell auch ausüben.“
Anstatt dieses Begehren gelassen zu verstehen und souverän damit umzugehen, blockieren Frauen oft von vornherein und lassen Männer sich gar nicht erst um sie bemühen. Das Werben des Mannes wird entwertet – ganz nach dem Motto, das eine Kellnerin in einem Grazer Café einmal auf den Punkt brachte: „Ein Mann, der sich um eine Frau bemüht, hat doch kein Selbstwertgefühl.“
Die Realität der männlichen Natur: Das Beispiel Dolly Parton
Wie man mit der Realität der männlichen Biologie absolut souverän, bodenständig und weiblich umgeht, zeigt sich in den tiefgründigen Einblicken, die Dolly Parton über ihr Leben gab (unter anderem in dem Porträt „Dolly Parton in Her Own Words: The Woman Behind the Legend“).
Aufgewachsen in einer großen Familie mit vielen Brüdern, war ihr die männliche Natur von klein auf bestens vertraut. Sie kannte das Wesen von Männern in- und auswendig, war nie naiv und ließ sich von der männlichen Biologie niemals einschüchtern oder manipulieren. Sie hat Männer sich stets um sich bemühen lassen und war sich vollkommen bewusst, dass diese sich meist etwas mehr erhofften und vorstellten.
Doch Dolly Parton behielt zu jedem Zeitpunkt die absolute Kontrolle über ihr eigenes Handeln. Und das genau in einem Beruf, welcher exakt für Derartiges berüchtigt ist und schaffte es ganz nach oben. Sie machte unmissverständlich klar, dass sie sich niemals auf sexuelle Kontakte eingelassen hat, um beruflich oder persönlich weiterzukommen. Sie verstand die Natur des Mannes, akzeptierte sie als völlig normal, ohne sie zu verurteilen – und blieb sich selbst stets treu.
Fazit
Ist also ein Mann als Freund ein Mythos? Wer von einem Mann verlangt, sexuell völlig uninteressiert zu sein, sucht keinen „vollen Mann“, sondern ignoriert die Gesetze der Natur. Der Schlüssel liegt nicht darin, die männliche Biologie wegzudiskutieren, sondern zu lernen, sie zu verstehen, das Werben souverän anzunehmen und selbstbestimmt die Fäden in der Hand zu behalten.